Hauptinhalt

Die Aortenklappe befindet sich zwischen linker Herzkammer und aufsteigender Aorta (Aorta ascendens). Sie besteht aus drei Klappentaschen. Ihre Funktion ist es, den Rückstrom des Blutes während der Diastole (Erschlaffung der Herzkammern) von der Aorta in die linke Herzkammer zu verhindern. Die Aortenklappenstenose (Verengung der Klappe) ist die häufigste Herzklappenerkrankung. Betroffen davon sind eher ältere Patienten, bei angeborener Fehlbildung der Klappe (bicuspide Klappe) kann die Erkrankung schon bei jüngeren Menschen in Erscheinung treten. Verminderte Leistungsfähigkeit und Atemnot bei Belastung sind die häufigsten Symptome, nicht selten tritt eine plötzliche kurze Bewusstlosigkeit (Synkope) als erstes Anzeichen auf. Die einzige Möglichkeit eine Aortenklappenstenose zu beseitigen, ist der Aortenklappenersatz, wobei mechanische und biologische Aortenklappenprothesen als Ersatzmaterial zur Verfügung stehen. Jede dieser beiden Prothesen hat Vor- aber auch Nachteile:

Die mechanische Klappenprothese, deren Klappen aus Karbon bestehen, verkalkt nicht und ist in der Regel lebenslang funktionsfähig; da sich auf den mechanischen Klappen aber leichter Blutgerinnsel festsetzten können, ist die lebenslange Einnahme blutverdünnender Medikamente für den Patienten unbedingt notwendig.

Biologische Klappenprothesen, deren Klappen aus Kalbs- oder Schweineherzmaterial aufgebaut sind, unterliegen einer langsamen Verkalkung, bedürfen hingegen nur einer 3-monatigen blutverdünnenden Therapie.

Für die Praxis bedeutet dies folgendes:

Die jahrzehntelange Erfahrung mit biologischen Klappenprothesen hat gezeigt, dass deren Verkalkung umso langsamer fortschreitet, je älter ein Patient bei der Implantation ist; daraus ergibt sich, dass Patienten über 65 Jahren ein biologischer Aortenklappenersatz empfohlen wird.Bei Patienten unter 60 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit einer später notwendigen Reoperation bei Implantation einer biologischen Klappe doch beträchtlich, sodass diesen jüngeren Patienten eher zum mechanischen Klappenersatz geraten wird.

Bei der Aortenklappenersatzoperation ist heutzutage in den meisten Fällen keine Durchtrennung des gesamten Brustbeines (Sternotomie) mehr notwendig. In aller Regel findet man mit einem 6-9 cm langen Schnitt im oberen Brustbeinbereich das Auslangen (obere Hemisternotomie).

Für sehr betagte und Hochrisikopatienten gibt es seit wenigen Jahren eine Alternativ-operation ohne Brustbeindurchtrennung und Herzlungenmaschine: die sogenannte TAVI: Hierbei wird entweder über die Leistenarterie (TF-TAVI) oder durch einen kleinen Schnitt unterhalb der linken Brust über die Herzspitze (TA-TAVI) die stenosierte (verengte) Aortenklappe mit einem Ballon gesprengt und anschließend in die gesprengte Aortenklappe wiederum mit Hilfe eines Ballons eine biologische Klappenprothese eingesetzt. Wir haben im AKH Linz bereits je 65 solcher Eingriffe über die Leistenarterie bzw über die Herzspitze durchgeführt. Da noch keine Langzeitergebnisse vorliegen, kommen für diese Operationen wie schon erwähnt vorerst nur Hochbetagte und Risikopatienten in Frage.